Archäologische Funde im Neubaugebiet

In den letzten Wochen waren im zukünftigen Neubaugebiet Erdarbeiten zu beobachten. Der u-förmige Grabenverlauf entspricht in etwa dem zukünftigen Straßenverlauf im Neubaugebiet.

In Auftrag gegeben wurden die Grabungen vom Landesdenkmalschutz Sachsen-Anhalt in Halle.

Ähnlich wie beim Straßenneubau am Petersberg gehen auch hier archäologische Bodenuntersuchungen voraus, bevor der erste offizielle Spatenstich erfolgt.

Das im Bereich des Neubaugebietes Siedlungsspuren aus der Vergangenheit zu finden sind, war zu erwarten.

In der Ortschronik der Gemeinde Minsleben ist zu lesen, dass es im nahegelegenen Bereich Krugberg, Mitteldorfs Wiese, Teile des Kaninchenberges, Kniel, Lehmgrube, Bahnhof Wiechmann und den Schrebergärten zu archäologisch relevanten Entdeckungen kam. Beim Umbau des heutigen Dorfgemeinschaftshauses 1969 kam es ebenfalls zu bedeutenden Funden.

Im aktuellen Grabungsgebiet wurden Strukturen gefunden, die auf Holzpfähle und Abfallgruben hinweisen.  Auch wurden wieder Tierknochen, Keramikmaterial und Flint (Feuerstein) gefunden.

Zudem kamen im Grabungsfeld menschliche Überreste zu Tage. Konkret handelt es sich um Hockergräber. Diese Bestattungsform bezeichnet Gräber, in denen der Leichnam mit angewinkelten Armen und Beinen niedergelegt wurde. Die Ausrichtung lassen im allgemeinem auch Rückschlüsse auf Geschlecht und Stellung des Leichnams zu.

Das Hockergrab ist eines der ältesten bekannten Beerdigungsformen in Europa und war typisch für die frühe Bronzezeit. In Mitteleuropa wird die Bronzezeit von 2200-800 v.Chr. datiert. Auf Grund dessen, werden die Ausgrabungsfunde vorerst in diese Zeitepoche verortet.

Inwiefern es auf Grund der archäologischen Funde zu weiteren Untersuchungen und damit zu Verzögerungen der Erschließung des Neubaugebietes kommt, kann noch nicht gesagt werden.